Von einem Roadtrip, einer Ausfahrt ohne Namen und jeder Menge Enttäuschung

Ich weiss immer noch nicht, welcher Elch den Opi geritten hat sooo weit nämlich von Frisco/Colorado bis St. George/Utah an einem Tag zu fahren.

Ich versuche dem etwas Positives abzugewinnen und zeige Euch jetzt ganz viele bunte Bildchen mit ganz vielen Eindrücken, die ich sammeln musste… ähm, ich meine natürlich durfte.

Ich habe dem Wettermacher Petrus zwar schon gesagt, was ich von seiner Schneeaktion halte, aber… Petrus? So machst Du Dir echt keine Freunde. Wir sind in Zürich im Schnee gestartet, wir kamen im Schnee in Denver an, wir fuhren im Schnee nach Frisco/Colorado und wir fuhren im Schnee von Frisco Richtung St. George/Utah.

DAS ist nicht spassig!

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Ich habe mir extra meine dicken Klamotten und ein dickes, kuschlig-weiches Mützchen angezogen, damit ich nicht friere und ich habe inständig gehofft, dass wir die nächsten 659 Kilometer nicht über schneebedeckte Strassen fahren müssen. Man sollte meinen, dass man sich zu irgendeinem Zeitpunkt an den Schnee gewöhnt. Nein, ich nicht! Ich finde ihn einfach nur eklig-kalt und pfui-pfui-nass!

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Okay, okay, ich muss schon eingestehen, dass die schneebedeckte Landschaft (unter der Voraussetzung, dass ich im Warmen und Trockenem sitzen darf) wirklich hübsch anzusehen ist. Warme, trockene Canyonlandschaft ist mir trotzdem lieber!

Wisst Ihr, was ich nicht verstehe?

Das hier:

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An sich ist das nichts Ungewöhnliches. Ein Lastwagenstau. Gibt es ja auch in der Schweiz hin und wieder.

Nur, wisst Ihr, warum es dort staut? Weil irgendso ein Dummdödel die gefühlten zwei Millionen Schilder und Leuchttafeln auf denen steht „Du musst bis Mai Schneeketten mitführen!“ und „Montiere Deine Schneeketten JETZT!“ und „Die Strasse ist eisig! Pass auf!“ irgendwie … „ups“… übersehen hat. So munzig-klein, wie die Schilder sind, kann das ja mal passieren.

Ja, das war jetzt Ironie!

Gut war der Schnee ein paar (viele) Kilometer weiter weg. Die Wolken verzogen sich mit ihm. Die Sonne schien und es war einfach nur herrlich!

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Ist es nicht schön?

Leider hat sich immer noch niemand der armen Ausfahrt „No Name“ angenommen.

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Ich hatte so viel Zeit, ich habe mir ein paar Namen ausgedacht:

NoNa (als Spitzname für No Name)

Farbi (als Abkürzung für farbig)

Waldi (als Spitzname für Wald)

ArHa (als Abkürzung/Spitzname für „armes Hascherl“)

Ich muss ja gestehen, ich bin fast ein wenig hippelig geworden und meine Aufregung stieg ins Unermessliche, als wir am Strassenschild auf dem nächsten bunten Bildchen vorbei kamen.

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Moab!

Mein „happy Place“.

Wisst Ihr, wenn man auf der I70 dieses Schild sieht, dann ist man ganz, ganz nah. Nur noch einmal abbiegen und schon fährt man direkt drauf zu. Man kann es gar nicht verfehlen.

Oh, wie ich mich gefreut habe.

Moab!

Endlich wieder Moab!

…und wisst Ihr, was der Opi gemacht hat?

Er ist einfach ohne mit der Wimper zu zucken an der Abzweigung nach Moab vorbei gefahren!

Könnt Ihr Euch das vorstellen?

Wahrscheinlich hoffte er darauf, dass ich das Strassenschild nicht sehe.

Nein, den Gefallen habe ich ihm nicht getan!

So geht das nicht!

Nein, Opi! Mit Dir will ich nichts mehr zu tun haben! Ich kündige Dir die Freundschaft!

Ich suche mir einen Anwalt!

Der macht den Opi platt – zu Brei!

Der Opi hat einfach so mein kleines Gigi-Herz gebrochen!

Hmm, der Opi meinte, dieses „platt machen zu Brei“ wären jetzt eher Mafia-Methoden und ich solle mir das noch einmal überlegen, ob ich das wirklich so meine. Schliesslich haben wir uns doch alle lieb.

Blah, blah, blah!

Who cares?

Wenn Du mich lieb hättest, Opi, hättest Du einen Abstecher nach Moab gemacht!

Ich will Moab!

Der Opi hat dann noch gesagt, dass es ihn ja selber nervt. Er hat doch Moab schliesslich auch total gern und es wäre auch sein „Happy Place“.

Moment, Stopp mal, Opi!

Wer hat denn die Route geplant?

Das warst doch Du, oder?

Ich sage nur: Selber schuld!

Zum Mittagessen besass der Opi auch noch die Frechheit mich mit ein paar halbkalten Erbsen und einer Dinner Roll abspeisen zu wollen.

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Erbsen?

Pfui! Pfui! Pfui!

Es half mir auch nicht, dass mir das Tantchen so nett wie sie ist einen Cracker zugeschoben hat.

Ich will Moab!

Und ich will etwas Anständiges zu essen!

Und ich will Moab!

Und ich will Cappuccino oder zumindest einen trinkbaren Kaffee!

Und ich will Moab!

…und was habe ich bekommen?

Kein Moab, keine Schokolade oder sonst etwas Leckeres zu futtern, keinen Cappuccino, keinen Kaffee… nur das hier:

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Rot-braune Felsen entlang der Interstate 70 gen Westen…

Soll mich das jetzt echt trösten???

Veröffentlicht in USA

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