Auf dem Weg von Zürich nach Washington

Danke, danke, danke, lieber Opi, das du Gigis Betteln und Flehen endlich erhört und Flugtickets nach USA gebucht hast!

Hat ja auch lange genug gedauert!

Ich durfte sogar hochoffiziell mitfliegen, ganz ohne Heimlichkeiten oder so, weil ich bin ja jetzt eine berühmte Homsieden-Chefin und Autorin. Hach, war das cool!

Dieses Mal ging die Reise von Zürich nach Washington/DC. Das ist dort, wo das Weisse Haus rumsteht, von dem ich mich immer noch frage, ob es wirklich weiss ist. Leider durfte ich mir dieses Haus nicht näher ansehen. Der Opi wollte wieder einmal „weiter, weiter, weiter“ bis nach Denver/Colorado.

Aber mal von Anfang an! Erinnert Ihr Euch, wie ich letztes Jahr gemeckert habe, dass wir am Flughafen ständig warten mussten? Hier warten, dort warten, warten überhaupt. Gut hatten die im Flughafen Zürich beim internationalen Terminal kein Efeu am Boden, das wäre uns sicher die Beine hochgewachsen vor lauter Warterei.

Dieses Mal war alles easy! Überall kamen wir fast sofort dran. So toll!

Wir sind in einer Boeing 767 nach Washington geflogen. Das ist ein tolles, relativ neues Flugzeug gewesen, behauptet zumindest die Omi.

0076-1 united-767

Der Start… hmm, sag mal Petrus, warum hast du Gigi so auf dem Kieker? Habe ich dir irgendetwas getan? Da ist es ewig lang schön und annähernd warm und wenn Gigi irgendwohin fliegen darf, weil der Opi endlich mal den Geizhals eingepackt und Flugtickets gekauft hat, dann regnet und schneit und stürmt es?! Was soll das denn?

Beim Start war mir echt elend zu Mute! Wisst Ihr nur ein paar Tage zuvor ist die Germanwings Maschine Flug 4U9525 abgestürzt und dann startet unser Flugzeug, wird dabei vom Wind hin und her geschubst und gibt ganz komische Geräusche von sich… ui, ui, ui, da ist mir mein kleines Gigi-Herz in die Hose gerutscht!

Es ging alles gut! Ich bin noch da! Ich lebe noch und habe einmal mehr jede Menge Fragen im Gepäck!

Zum Beispiel würde mich interessieren, ob der nette Mann, der so schräg vor uns sass, auch ein bisschen Angst hatte, weil doch da das Flugzeug abgestürzt ist. Ich glaube fast, er hat versucht seine Angst mit Wein zu ersäufen. Weshalb sonst sollte er eine ganze, grosse Flasche Wein zum Lunch und nochmal eine kleine Flasche Wein zum Zwischensnack allein trinken? Oder hmm… hat ihm am Ende noch keiner erklärt, dass Wasser diese durchsichtige, geruchlose Flüssigkeit ist?

Mich würde auch interessieren, ob es so etwas wie ein Regelung unter Babys gibt, von denen die Erwachsenen natürlich nichts wissen, die besagt, wenn eines aufhört zu weinen und schreien, muss ein anderes weiter machen. Es ist schon komisch, dass ausser bei Start und Landung in der Regel nur einer der Knirpse seinen Unmut verkündet, aber sofort ein anderes einspringt, sobald der Vorgänger wieder still ist.

Hmm, vielleicht kommunizieren die Babys ja durch Klatschen oder durch rhythmisches mit Holzbausteinen auf den Boden Geklopfe oder über die Rasseln, die entweder sie selbst oder Mami oder Papi schütteln und damit alle Leute im Umkreis von mindestens fünf Sitzreihen nerven? Ich glaube dieses Verständigungssystem kommt besonders „gut“ an, wenn besagte Mitpassagiere in fünf Reihen Entfernung gerade ein Nickerchen machen möchten, um die lange Flugzeit zu verkürzen.

Apropos nerven… liebe Jungs, ich will ja echt nicht eklig tun… die Mami sagt doch immer, dass man das nicht macht, aber wenn Ihr in einem Flugzeug unterwegs seid, vier Toiletten mit mehr als 200 anderen Menschen teilen müsst und das Flugzeug einen recht holprigen Ritt über die Wolken hinlegt, meint Ihr nicht, dass Ihr wenigstens dann Euren männlichen Stolz wegpacken und Euch zum Pipi machen hinsetzen könntet? Das würde Eure Treffsicherheit enorm erhöhen und wir Mädchen wären Euch echt auf ewig dankbar.

Ich weiss, das war jetzt eklig und wahrscheinlich kommt es deshalb jetzt nicht so gut, wenn ich vom Essen schreibe, aber das muss jetzt sein!

Auf dem letzten Flug mit gleicher Airline nach Newark gab es soooo leckeres Essen und dieses Mal? Okay, okay, dass es keine Nüsschen gibt, damit hatte ich schon gerechnet, aber Spinatravioli oder Hühnchen in eklig-scharfer Sosse mit komischen Kartoffeln? Kein Käse zum bröseligen Brötchen? Okay, auch das wäre verkraftbar gewesen, wenn wenigstens ein Brownie auf dem Tablett gelegen wäre. Aber nee, seltsamer irgendeine-Frucht-Kuchen. Hey, das könnt Ihr doch nicht machen?!

Das einzige wirklich leckere war der Salat – behaupten zumindest die Mami und der Onkel.

Gut hatte die Omi Schokolade für alle eingepackt, die ich zusammen mit übelst schmeckendem Kaffee (Ob das wirklich Kaffee war? Ausser der Farbe hat nichts darauf hingedeutet!) herunterspülen konnte. Der Tee war übrigens auch nicht besser. Ihr hättet sehen sollen, wie ungläubig die Omi in ihr Becherchen geschaut hat, um herauszufinden, ob sie wirklich Tee und nicht Kaffee bekommen hat. Der nette Flugbegleiter hat das gesehen und hat ihr mitgeteilt, dass es wirklich Tee ist, der wäre bei ihnen halt so dunkel… O-kay!

0076-2 united-airlines

Schlussendlich bin ich mir jetzt nicht so ganz sicher. Omi hat mich kosten lassen und ich denke, es war ein Mix aus Tee und Kaffee. Es hatte nicht viel mit Tee gemein, schmeckte aber mehr nach Kaffee als der eigentliche Kaffee.

Trotz der Schokolade hat mein Mägeli immer noch geknurrt. Omis doofe Müsliriegel habe ich dankend abgelehnt. Wer will schon sowas essen? Bäh!

Ich habe lieber gewartet und gewartet und gewartet und gehungert und gewartet und gewartet, bis man endlich den versprochenen Snack verteilt hat. Während ich so gewartet habe und mein Mägeli lustig vor sich hingegrummelt hat, habe ich mich gefragt: „Neufundland, lebt da überhaupt jemand?“ Das schaut da so weiss und menschenleer und unbewohnbar und einfach nur eisig und kalt aus.

Ich habe mich auch gefragt, wer da in meiner Nähe solches seltsam-stinkende pflanzliche Zeug geschluckt hat, das die ganze Kabine verpestet hat und von dem die Omi behauptet, das es sicher gegen Reiseübelkeit ist. Ich hoffe, bei dem Menschen, der es genommen hat, hat es gewirkt! Mir war auf einmal ganz komisch im Magen und mein Kopf hat sich so seltsam  vernebelt angefühlt.

… und der Snack? Der ist jetzt wirklich nicht erwähnenswert! Ein Körnerbrötchen auf der einen Seite stark aufgeweicht auf der anderen hart, heiss und gefüllt mit zerlaufenem Käse und Schinken.

Na dann: En Guete!

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